Von Argentiniens unendlich weiten Straßen und herrlichen Landschaften

Über unendliche Weiten auf Argentiniens Straßen unerwartete Begegnungen und schönste Sonnenuntergänge in verlassenen Landschaften

Auf dem Weg von Ushuaia  über die Landstraßen, welche hier noch mal eine ganz andere Bedeutung bekommt, nach El Chaltén kam ich mir anfänglich richtig verloren vor.
Ushuaia zu verlassen, auch mit dem Wissen schon bald zurück zu kommen, war schwer für mich. Ich kann gar nicht genau sagen warum. Aber der Ort hat etwas magisches. Ob es dieses Funkeln in den Augen der Touristen ist?
Ob es die Ruhe ist, die von hier ausgeht oder einfach die Tatsache, dass es verdammt nochmal das Ender der Welt ist…

Doch schnell verlor ich mich in der Landschaft, in der Natur und der unendlichen Weite.
Die Gesprächsthemen gingen von dem einen Extrem ins nächste über, so wie es auch die Straßen taten…
Warum auch immer,  viele Stunde bin ich im Bus schon durch Südamerika gefahren, aber so lange saß ich noch nie im Auto. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Doch was soll ich sagen, der Himmel war dem Horizont wirklich so nah und entschädigte das alles.

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Diese Einsamkeit, die Straßen, links und recht einbettetet von der Natur und dem blauen Himmel, den weißen Wolken und dem Licht!
Das Wetter hier ist so anders als die letzten Tage zuvor. Hell und klar.

Ein Abstecher auf dem Weg

Auf der höhe von Cornern Aike war am Straßenrad war ein Schild zu einem Nationalpark aufgestellt.
Also hin da.
Unwissen, was dort wartet
steige ich aus dem Auto aus, und dann das!
Unfassbar, was da vor meinen Augen auftaucht.

Fährt man Stunden über diese trostlosen, leeren Straßen, mag man nicht meinen, was ich jetzt erzähle.

Die Abbiegung zu dem ausgeschilderten Park tat einen Weg auf, der anfänglich gar nicht besonders war. Aber dann: Eine Küste erstreckt sich mit wunderschönem, türkisenem Wasser.

Pinguine gehen hier spazieren, brüten in den Dünen und verstecken sich hinter kleinen Büschen. Überall waren Geräusche zu hören, sei es Piepen, Rascheln oder einfach ein Flügelschlag.

    

Ich konnte meinen Augen oder Ohren kaum trauen…
So nah war ich den kleinen Federtieren bis jetzt noch nicht.
Direkt vor mir, neben mir und hinterher tummelten sie sich. Vorsichtig setzte ich einen Schritt vor den anderen.
Wenn ich könnet würde ich einen in meine Tasche stecken und ihn mitnehmen.
Ich kann hier nur Bilder sprechen lassen…



Dieser Abstecher, dieser kleine Ausflug, war eine gelungenen Abwechslung zu der ganzen Fahrerei.
Weit und breit trifft man auf den Straßen keine Menschenseele, was die Landschaften noch einmal etwas schöner für mich macht. 

Ich erinnre ich mich an die schönsten Sonnenuntergänge, an die teuerste Tankstelle und die gelbe Tanklampe, die gefährlich lang leuchtete.

Ich meine, fahr mal stundenlang über Schotterstraßen, die dir das Gefühl geben nie enden zu wollen. Dann leuchtet die Tanklampe auf, aber eine Tankstelle nicht in Sicht. Gedanken, wie: was wenn wir keine Tankstelle finden, hier draußen kommt alle paar Stunden mal ein Auto vorbei und inzwischen war es schon später Nachmittag.

Aber ohne es dramatischer darzustellen als er war, errichten wir die Saftsäule rechtzeitig.

Und dann brach der Abend an.

Aber irgendwie war dieser Abend anders.
Die Sonne verabschiedet den Tag, der Himmel verfärbte sich, die Farben änderten sich schlagartig und brachten das Himmelszelt zu leuchten. So fuhren wir in die Abenddämmerung, auf der einen Seite das Feuerrot, auf der gegenüberliegenden Seite zarte rosa Töne.
Und vor uns der Mond.
 

Ich kann sagen, dieser Abend war magisch. Auch wenn ich inzwischen auf dunklen Straßen fuhren, die nur durch die Lichtkegel des Scheinwerfers erleuchtet wurden und die unvergesslichen Landschaften in tiefen Schwarz tauchten.
Ich erinnere mich so gut, spät kamen wir am Ziel an und ich spürte schon jetzt, ohne viel gesehen zu haben: Hier bin ich genau richtig.

Der empfang hätte nicht spektakulär sein können. Richtet  man den Blick nach vorne, liegt ein gigantisches Gebirge vor einem, Es war dunkel, doch die letzten Strahlen der sonne verfingen sich in den Bergspitzen, so schien es. 
Selten hat sich ein Ort oder eine Region von der ersten Begegnung so wahrhaftig, so gut angefühlt.

Patagonien. Aber das ist sozusagen das nächste Kapitel.

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