Meine Begegnung im Torres del Paine



Lebhaft erinnere ich mich an diverse Unterhaltungen über das Land Chile und über den Nationalpark Torres del Paine.

„Dieser Granit zählt zum Besten was unsere Erde (für Kletterer) zu bieten hat“ 

schwärmt Franco, den ich in einem Hostel treffe.

Nun habe ich schon viel gelesen, gehört und Bilder von Chiles wohl berühmtestem National Park gesehen.

Oh Chile, du hast mir mal wieder etwas so Besonderes gezeigt.
Ein Ort voller Ruhe und so viel Schönheit, dass mir noch heute Tränen in die Augen steigen, wenn ich Bilder meiner Zeit dort sehe oder an die unvergesslichen Momente denke.
Dieses Wander-Paradies. Ein Wunder der Natur in dem unfassbar schönen Nationalpark.

Der Torres hat mir unglaublich viel gegeben

Diese Ruhe der Natur, die anmutige Stimmung und die Liebe zu mir selbst sind nur einige Auszüge dessen.
Ich hatte für meine Reise keinen richtigen Plan, wollte und habe mich treiben lassen, doch der Torres del Paine stand auf der Liste.
Lange bin ich immer drum herum gereist, hatte nichts geplant und dann Anfang Februar 2019 war es endlich soweit.
Nachdem meine Seele einige Höhen und Tiefen durchmachte, ich Abschied nahm, mich zurück zog und drei Wochen Reisepause, bei einem Freund in La Serena, einlegte, fühle ich mich durch das Vorhaben der Wanderung bestärkt.

Auf einmal war da neue Energie. Ich konnte mir nichts Schöneres vorstellen als ein paar Tage in der Natur zu verweilen.
Wie es der Zufall so wollte, bestritt ich dieses Abenteuer nicht allein und gewann eine Freundin fürs Leben.

Damit habe ich so nicht gerechnet

Sonnenschein
Das unberechenbare Wetter in Patagonien hat mich gelehrt, auf alles gefasst zu sein. War ich auch- nur nicht auf das. Drei Tage strahlender Sonnenschein.

So schwitzte ich eher und freute mich auf der ca. 100km Wanderstrecke über den ein oder anderen kühlen Windzug.

Diese Region hat mich verzaubert, hat innerlich viel in mir bewegt und mich verändert.
Auch wenn ich auf meiner Reise gelernt habe, dass es die Begegnungen sind, die nie an Besonderheit verliert, da kann der Ort noch so schön sein, erfahre ich hier eine ganz neue Seite. Ich habe einen so tollen Menschen getroffen. Einen Menschen, der mir nicht näher sein kann, eine Seele die mich in Geborgenheit hüllt, ein Herz, welches so rein und ehrlich ist, dass ich jeden Herzschlag fühlen kann.
Denn ich habe mich selbst getroffen!
Mich neu kennengelernt und diese Liebe zu den Bergen entdeckt.

Was haben lange Wanderungen mich bis vor kurzem nicht sonderlich  interessiert, wie lästig kamen mir die unzähligen Gedanken in meinem Kopf vor. Bis ich den Gefühlen in meinem Herzen und der Kraft meines Körpers einmal richtig zugehört habe.
Hier in der Natur, in der Stille und der Schönheit um mich herum, fühle ich mich klein, nicht im Sinne von kraftlos, sondern im Vergleich zu dem großen Ganzen. Da kommt man sich doch sehr unscheinbar vor. Ein wichtiger Prozess und eine lehrreiche und nachhaltige Feststellung.

Was die Natur mir gab:

Rückblickend betrachtet habe ich an diesem Punkt meiner Reise, hier im Torres del Paine, eine unglaubliche Verwandlung durchgemacht. Ich hatte tolle Gespräche und eine ganz wunderbare Begleitung.

Trotzdem ziehe ich die meiste Energie aus der Zeit mit mir selbst. Mit der bewussten Auseinandersetzung meines Inneren. Und ich kann sagen, diese Reise wird niemals enden. Sie wird weiter gehen, nicht immer den Weg vorgeben und vor allem kein Spaziergang sein.
Es wird viele Höhen, aber auch einige Tiefen geben.
Ich weiß, da warten Berge und Täler auf mich, schmerzende Erfahrungen, Tränen und Augenblicke, in denen ich vor Glück die Welt umarmen möchte.
Aber mit großer Sicherheit ist mir bewusst, dass sich nichts mehr loht als das…

Ein nicht endendes Abenteuer, welches sich Leben nennt. Ein Leben, welches frei und nach den eigenen Wünschen gestaltet werden kann.

Nun aber genug von diesem kurzen Ausschnitt der inneren Reise. Kommen wir zu einigen Fakten, zum Beispiel wie alles begann…
Nachdem ich die Atacama Wüste entdeckt habe, in Bolivien durch die Salzwüste spaziert bin und den Machu Picchu gesehen habe, bin ich nach Patagonien und habe mich verliebt. Patagonien hat mir so unglaublich viel gegeben. Genau das, was ich zu dieser Zeit so bitter nötig hatte. Energie! Welche wie von selbst  zu mir zurück floss. Da waren so wunderschöne Landschaften, so viel Frieden von innen und außen. Dies sind wohl einige der Gründe, warum ich eine so starke Verbundenheit spüre und diese Zeit meiner Reise mich so sehr geprägt hat.

Ein Abstecher in die Antarktis und dann entschloss ich mich, den Torres del Paine doch zu besuchen.
Ich habe mich ehrlicherweise immer etwas gedrückt, weil es in der Hauptsaison eine gewisse Vorlaufzeit an Planung und Organisation benötigt und wie wir alle wissen, das so gar nicht mein Ding ist.

Doch dann

Die drei Granittürme, wonach der Park auch benannt ist, sind das Wahrzeichen des Nationalparks Torres del Paine, welcher im chilenischen Teil von Patagonien liegt.
Aber auch die hoch aufragenden Berge oder die blau leuchtenden Eisberge, welche sich immer wieder von den Gletschern abspalten, oder die goldenen Grassteppen, die seltene Tiere wie die Lama ähnlichen Guanakos beheimaten, zeichnen den Nationalpark aus.
Neben den gigantischen Granittürmen sind auch die hornförmigen Gipfel der Cuernos del Paine sehr bekannt und wunderschön anzusehen.
Diese Landschaft ist ein wahres Paradies für den Blick durch die Kameralinse, denn die Schönheit raubt einem den Atem und bietet unzählige, einzigartige Motive.

Wie schon erwähnt, ist es besser, sich vorher mit der Organisation auseinander zu setzen, denn besonders zur Hauptsaison ist der Torres del Paine ein sehr beliebtes Reiseziel. Die Basecamps sind schnell ausgebucht und die Unterkünfte vor Ort sind begrenzt.

Wie komme ich hin? 

Ein paar Informationen zur Anreise.
Von Chile:
Von Punta Arenas kommt man beispielsweise sehr gut mit dem Bus zu dem Nationalpark .
Es gibt vor Ort viele Busunternehmen, die einen innerhalb von 5 Stunden nach Puerto Nentales (Ausgangsort für den Torres del Paine) bringen. Und allein die Fahrt dorthin ist schon ein sehr guter Einstieg. Unendlich weite Landschaften erstrecken sich neben den Straßen und auf der anderen Seite sind Berge in der Ferne zu erkennen. Die Anden sind eine unglaublich beeindruckende Bergkette und stechen immer wieder hervor!
Von Argentinien:
Hier kann man von Buenos Aires nach El Calafate reisen und auch von dort aus wieder mit dem Bus nach Puerto Nentals fahre. Natürlich eine gute Variante, um die Schönheit der argentinischen Seite Patagoniens ebenfalls zu besuchen.

Die beste Reisezeit ist Oktober bis Mai. Hauptsaison ist Dezember bis März.
Idealerweise würde ich die Massen in diesen Monaten umgehen, wenn es sich einrichten lässt.

Schlafen im Nationalpark Torres del Paine?

Im Nationalpark befinden sich mondäne Hotels, Schutzhütten und Campingplätze. Welche immer sehr gut besucht sind. Daher ist eine Reservierung für eine mehrtägige Wanderung unerlässlich.

Ich möchte hier kurz das EcoCamp erwähnen.
Sicherlich ist es für viele Backpacker keine Option, war es für mich auch nicht, aber dennoch ist es ein außergewöhnliches Konzept und in meinen Augen allein schon daher empfehlenswert. Es ist eher so das Glamping auf dem Wanderweg. Das Camp bietet den Komfort eines modernen Hostels (oder sogar eines Hotels) und den jugendlichen Charme eines Zeltdorfes. 

Doch auch andere Unterkünfte und Zeltplätze gibt es auf der Stecke in Genüge.



Tagestouren

Eine andere Möglichkeit ist es auch, Tagestouren zu machen.
Die Busse fahren Morgens zum Sonnenaufgang und Abends zum Sonnenuntergang zu verschiedenen Eingängen des Nationalparks Torres del Paine.

Aber mindestens eine Übernachtung im Park sollte man schon machen. Mit etwas Glück ist es auch spontan möglich, einen Platz zu reservieren.

Welchen Track laufe ich?

Mit diesem Gedanken beschäftigte ich mich nicht sehr lange, denn der Mangel an Erfahrung mit Mehrtageswanderungen, lässt mich schnell zu der Überzeugung kommen, dass ich es nicht direkt übertreiben möchte und so stand ich nicht groß vor der Qual der Wahl ob ich nun das “W“ oder das „O“ laufe. Zumal es meine kurzfristigen Pläne auch nicht anders zugelassen hätten.
Das sogenannten „W“ ist der südliche Teil des Rundweges. Der Name dieser Wanderung, welche durch drei Täler führt, stammt von der Form des Verlaufes ab.

Für die Wanderung ist ein großer Rucksack angesagt!

Ausrüstung – was brauche ich wirklich?

Sicherlich hängt das von einem selbst ab, doch für Mehrtageswanderungen ist ein Zelt, ein warmer Schlafsack, eine Schlafunterlage, wetterfeste Kleidung und nicht zu vergessen, gutes Schuhwerk, notwendig… Diese Basics kann man vor Ort leihen.

Ein kleiner, aber wohl nicht unerwarteter Tipp:
Auch hier lohnt es sich schnell und organisiert zu sein.

Verpflegung:

Alles was sich gut transportieren lässt, nicht so schwer ist und keine Sterneküche für die Zubereitung benötigt, kann als Proviant dienen. Neben Nüssen und Brot, Bulgur, Tomatenmark, Reis, Nudeln, Bohnen und was es sonst noch alles gibt, landet bei mir immer Avocado mit im Gepäck.

Zur Orientierung:

Ein paar Tage Out of Order.
Ohne Strom oder gar Handyempfang ist es sinnvoll, sich eine Offline App zu zulegen oder auch die Karte zu nutzen, die jeder Besucher beim Eingang in den Nationalpark erhält. Auch eine Powerbank und aufgeladene Akkus für die Kamera sind von Vorteil.

In dem Ort Porto Nenthales kann man in jedem Hostel für einige Tage seine Sachen lagern, so dass nicht unnötig noch der ganze andere Backpack Inhalt mitgeschleppt werden muss.

Erhaben ragen sie vor einem in den Himmel.
Die Türme des blauen Himmels, dass ist die Übersetzung der drei Granitnadeln der Torres del Paine. Sie sind das Wahrzeichen des gleichnamigen Nationalparks. Völlig zu Recht!
Vor mehr als zehn Millionen Jahren, als flüssiges Magma aus dem Bauch der Erde nach oben drang und dort zu schwarzem Schiefergestein abkühlte, sind sie entstanden. Nach ihrer Erosion durch eiszeitliche Gletscher treten diese Gesteine heute in faszinierender Gestalt zu Tage. Das ehemalige Magma findet sich im hellen Granit wieder, während der Schiefer als dunkle Kappe die Gipfel abdeckt.
Für mich eine unsagbare Schönheit und einmal mehr ein Merkmal dafür, was für Wunder unsere Erde vollbringen kann…

 

 

 

 

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