Der Neko Harbour

Die kleine Bucht Neko Harbour liegt an der Danco-Küste des Grahamlands im Norden der Antarktischen Halbinsel.
Allein die Anfahrt ist einfach nur zauberhaft. 
Mit den Zodiacs geht es durchs Eis, umgeben von Bergen, direkt auf die angesteuerte Insel zu.
Man könnte meinen, das diese Landgänge an Reiz verlieren. Doch ich muss sagen, dem ist ganz und gar nicht so! Jedes Mal wirkt es so anders, auch wenn es den Eindruck vermitteln könnte, es ist alles immer das Gleiche. 
Eis, Schnee, Inseln, Pinguine, Wasser. Ja, das stimmt. Aber es ist jedes Mal aufs Neue so unglaublich. Das Wetter macht viel aus. Hängt der Nebel beispielsweise tief wird dadurch eine mystische Stimmung erzeugt. Auch wenn es oft schnell etwas aufklart.
Heute liegt bei Ankunft viel Schnee, welcher das trübe Wetter schwinden lässt. Auch wenn das Glitzern der Sonne diesmal fehlte, so war der Landgang unvergesslich schön. 

Ich kann nur sagen: Neko Harbour ist Antarktis-Genuss pur!
Der Spaziergang durch den Schnee!
Die hundert brütenden Eselspinguine!
Der Blick oberhalb der Kolonie, vom Hügel aus! Von wo man  eine grandiose Aussicht über Neko Harbour und Andvord Bay genießen kann…


Ich bin ganz entzückt und lasse mich vor einer Kleinen Brutstätte der Federtiere nieder, werde von einem kleinen Pinguin verfolgt und erwische den ein oder anderen kleinen Freund beim Ausbrüten.

Die geographische Lage:

In diesem Bereich der Halbinsel, denn Neko Harbour liegt in der Bucht Andvord Bay, die auf 64°50’S in die Westküste der Antarktischen Halbinsel einschneidet, findet man vorzugsweise hohe Gletscherfronten und schroffe, steile Felswände. Dadurch gibt es nur wenig Stellen, die es ermöglichen, die Insel zu betreten und es ist nicht immer einfach einen „Eingang“ für den Landgang auf Neko Harbor zu finden.

Die Küstenlinie bietet die beste Kruste granitischer Zusammensetzung auf der Halbinsel. Das sagen nicht nur die Geologen. Auch die Touristen sind überzeugt. Dazu trägt sicherlich auch die wunderbare Landschaft bei. Ich habe es mit meinen eigenen Augen sehen dürfen!
Nur wenige hundert Meter von der steinigen Landestelle entfernt kalbt ein gewaltiger Gletscher in die Bucht. Zu Letzt sah ich dies in Argentinien beim Perito Moreno Gletscher.

 

Die Bucht zeigt große Mengen von treibendem Gletschereis auf dem Wasser und trotz keiner optimalen Wetterbedingungen ist es ein atemberaubendes Naturschauspiel, das ich ewig betrachte könnte…
Des Öfteren kommt es auch vor, dass dieser Gletscher mit deinem herumtreibenden Eis die Küste blockiert und einem die Möglichkeit verwehrt bleibt, diesen Landgang durchzuführen.

Wir bekommen erklärt, dass es eine gefährliche Angelegenheit ist, sich dem Glätcher zu nähern. Du Fragst dich warum? Ich auch und so stelle ich die Frage direkt. Die Antwort leuchtet mir sofort ein, denn wenn man in Gletschernähe am Ufer steht und der Gletscher kalbt, dann sollte man sich schnell vom Ufer entfernen und Höhe gewinnen. Die Kraft ist enorm und wird gern unterschätzt….



Auch mit dem Boot kann es brenzlig werden, wenn zu viel Eis vom Gletscher kracht. Dann heißt es nur noch: raus aus dem flachen Wasser und mit Vollgas zurück in die tieferen Gewässer…

Gut zu Wissen:

Vor gut 120 Jahren wurde Neko Harbour (1898) von dem Belgier Adrien de Gerlache entdeckt. Benannt wurde das Stück Land einem norwegischen Walfangschiff, das zwischen 1911 und 1924 in der Gegend arbeitete.

 

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