Ein anderer Blick. Orte die viel zu bieten haben. Optisch und mental – Agra und Rishikesh

Ein anderer Blick. Orte die viel zu bieten haben. Optisch und mental – Agra und Rishikesh

20. November 2019 2 Von Jasmin

 

Es gibt so viele Orte, die mehr zu bieten haben als nur das, was überall geschrieben steht, man immer auf Bildern sieht oder hört.

So ist es auch mit Agra. Neben dem Taj Mahal gibt es noch andere Sehenswürdigkeiten. Obwohl das imposante Werk im Mittelpunkt steht. Zu Recht!

Doch auch Agra Fort oder auch Rotes Fort genannt, kann sich sehen lassen… Diese Palast- bzw Festungsanlage diente als Residenz der Moguln und wird heute teilweise militärisch genutzt, so dass gewisse Teile des Geländes der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Leider extrem überfüllt bei unserer Ankunft, aber dennoch beeindruckend.

 

   

 

 

Was für Arbeit hinter all dem steckt, wie tief diese Bauten vom Glauben geprägt sind und wie wunderbar sich die Bewohner einst fühlen mussten.

Ich gehe dort durch, bestaune die filigranen Verzierungen, die kleinen Fenster und einfach dieses weitläufige Gelände.

Leider taucht immer wieder ein Pulk von Menschen auf und in Ruhe alles auf sich wirken zu lassen fällt schwer…

Es gibt einen wunderschönen Platz, mitten im Inneren der weitläufigen Anlage, an dem sich kaum Menschen aufhalten. So schön!

 

Mit dem Nachtbus geht es 12 Stunden Richtung Rishikesh.

Ein Ort, der viel Ruhe und Entspannung bringt. Und mein Plan eigentlich eine Wanderung war. Doch leider spielte die Gesundheit nicht so mit. Der Magen muss sich dem Essen noch anpassen und mein Körper sagt ganz klar: mach langsam

.      

So genieße ich Ruhe, blauen Himmel und andere, Erlebnisse, wie zum Beispiel eine Begegnung beim Essen mit einem Affen. Wir sitzen gemütlich am Tisch, mit Ausblick auf den wunderschönen Fluss unterhalten uns. Da steht plötzlich, aus dem Nichts, ein Affe an unserem Tisch und girrt aufs Essen. Bevor wir wissen wie uns geschieht, schnappt er sich etwas vom Teller und läuft davon. Bis zu dem Zeitpunkt finden wir noch nichts bedrohliches an diesen Tieren, die überall frei herum laufen. Doch dieses Erlebnis war etwas, ja wie soll ich sagen, eine Begegnung der besonderen Art. Denn fauchend und mit gefletschten Zähnen, Auge in Auge (was zu vermeiden ist/ Augenkontakt) direkt mit diesen Wesen konfrontiert zu werden ist nicht mehr süß.

  

Rishikesh gilt als eine wahre Yoga Oase. Viele schöne Cafés und Resturants entlang des Flusses laden zum verweilen ein.

Ich denke, jeder Ort hat etwas ganz spezielles und besonderes für mich auf Reisen und von diesem besonderen Gefühl hier erzähle ich nun.

 

Eine Lichter Zeremonie am Abend hat mich sehr berührt und beeindruckt, auch wenn ich sprachlich nicht viel verstehe, fühlt man diesen Zusammenhalt. Wir sitzen in einer der ersten Reihen und blicken auf den Fluss (Ganges).Hier aufgereiht stehen auf kleinen Sockeln die Gläubigen und bereiten sich auf die Zeremonie vor.

Von einem Zauber umgeben nehme ich daran teil, Feuer wird geschwenkt und Gesänge erklingen. Wir bekommen eine kleine Lampe mit brennendem Feuer in die Hand und sind richtig eingebunden. Es wird gezeigt und erklärt wie wir die Lampe bewegen sollen während die Gebetsgesänge erklingen. Viele schließen die Augen und singen mit, so ein schönes Gefühl!

   

Später bekommen wir Blumenblüten in die Hand und geben diese, nach einem unausgesprochenen Wunsch ins Wasser. Auf dem Weg zurück werden wir mit einem roten Punkt auf der Stirn und einem Segen in Form von einer Hand auf dem Kopf mit Zuckerperlen verabschiedet. Der gläubige Teil endet damit.

Aber die schönste Erfahrung in Verbindung mit all der Wärme und dem Dazugehörigkeitsgefühl erleben wir im Anschluss.

Wir werden gefragt ob wir tanzen möchten. Ich bin direkt dabei und man kann sich nicht vorstellen, wie schön dieses Tanzen ist. Es werden Gotteslieder gesungen und alle haben so viel Freude, binden mich ein und zeigen, wie man sich zu der Musik bewegt. Es ist unglaublich. Stehen wir im Kreis, werden von allen Seiten angelacht, fassen uns an den Händen, tanzen in der Mitte und werden am Ende umarmt.

Zum krönenden Abschuss essen wir noch einen Snack auf der Straße und trinken den besten Lassi seit Beginn der Reise.

Ich liege im Bett und bin so dankbar, all diese Erfahrungen sammeln zu können. Man fühlt sich so willkommen und wird so freundlich aufgenommen.